Fotoportrait, 2025
Inkjetprint hinter Plexiglas, 84 x 118 cm

— Text (DE/EN)

Esther Hunziker – Screen Test #s32, KI-generiertes Portrait
Screen Test #s32 / Ausstellungsskizze
Esther Hunziker – Screen Test #s32, KI-generiertes Portrait
Screen Test #s32, Ausstellungsansicht Aargauer Kunsthaus Aarau, Auswahl 25
rechts: Jürg Stäuble, Schnitte, 2025 Kartonrohr, Flugzeugsperrholz, Asphaltlack, Foto: ©Aargauer Kunsthaus Aarau

Esther Hunziker – Screen Test #s32, KI-generiertes Portrait
Screen Test #s32, Ausstellungsansicht Aargauer Kunsthaus Aarau, Auswahl 25, Foto: ©Aargauer Kunsthaus Aarau / Detail


DE)
Screen Test #s32 zeigt das Porträt einer weiblichen Figur, geprägt von Zeit, Erfahrung und der Textur eines gelebten, ungelebten Lebens. Ihr Blick ist nach innen gerichtet, die Geste zurückhaltend, beinahe fürsorglich. In ihren Armen hält sie ein amorphes, körperliches Objekt – fremd und vertraut zugleich.

Die sachliche schwarz-weisse Bildsprache erinnert an ethnologische oder wissenschaftliche Archivbilder. Doch die Inszenierung trügt und ist rein spekulativ. Die Frau auf dem Bild existiert nicht, hat nie gelebt. Sie wurde aus aus den Fragmenten digitaler Bildarchive geformt, wiedersetzt sich jedoch den normativen Bildästhetiken generativer KI, die bei der Darstellung von Frauen bevorzugt Jugend, Schönheit, Verführung und emotionale Flachheit reproduzieren.

Screen Test #s32 nutzt KI nicht zur Perfektionierung, sondern als Mittel der Reibung. Das Bild variiert zwischen dem Synthetischen und dem Menschlichen, zwischen Fürsorge und Unheimlichkeit. Es ist zugleich Artefakt und Gegenbild und schlägt innerhalb der geschlossenen Kreisläufe des maschinellen Lernens eine alternative visuelle Mythologie vor.


EN)
Screen Test #s32 shows the portrait of a female figure, shaped by time, experience, and the texture of a lived, fictional life. Her gaze is turned inward, her gesture reserved, almost caring. In her arms she holds an amorphous, physical object—both foreign and familiar at the same time.

The neutral black-and-white visual concept is comparable to ethnological or scientific archival photographs. But the portrayal is misleading and purely speculative. The woman in the picture doesn't exist. She never lived. Created from fragments of digital image archives, she resists the normative visual aesthetics of generative AI, which typically portrays women as young, beautiful, seductive and emotionally flat.

Screen Test #s32 uses AI not for perfection, but as a means of friction. The image shifts between the synthetic and the human, between care and uncanniness. It is both an artifact and a counter-image, offering an alternative visual mythology within the closed loops of machine learning systems.